Was wird verlangt?
- Die zentralen fremden Argumente korrekt, fair und als fremde Positionen erkennbar wiedergeben.
- Wichtige Gemeinsamkeiten, Gegensätze oder Voraussetzungen der Argumente erläutern.
- Eine eigene Position mit nachvollziehbaren Gründen und Bezug zu den Ausgangsargumenten entwickeln.
So gehst du vor
-
Positionen zuordnen
Notiere, wer welche Aussage vertritt und welche Begründung dazu gehört.
-
Argumente verbinden
Zeige, wo sich die Positionen ergänzen, widersprechen oder von unterschiedlichen Annahmen ausgehen.
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Eigene Sicht entwickeln
Bewerte die Tragfähigkeit der Argumente und begründe deine Position mit einem klaren Maßstab.
Antwortstruktur
Die erste Position geht davon aus, dass … Als Hauptargument wird genannt, dass …
Demgegenüber wird argumentiert, dass …
Beide Argumente sind nachvollziehbar, unterscheiden sich jedoch hinsichtlich …
Ich stimme eher der zweiten Position zu, weil …
Nützliche Redemittel
Fremde Argumente markieren
- Nach Auffassung der ersten Person …
- Als Begründung führt sie an, dass …
Argumente einordnen
- Dieses Argument überzeugt teilweise, weil …
- Dabei wird jedoch nicht berücksichtigt, dass …
Eigene Position abgrenzen
- Meiner Ansicht nach ist entscheidend, dass …
- Ich komme daher zu dem Schluss, dass …
Inoffizielle Übungsaufgabe
Übungsaufgabe
In einer Hochschuldebatte fordert eine Studentin, Vorlesungen grundsätzlich aufzuzeichnen, weil dadurch Lernen flexibler werde. Ein Dozent lehnt eine allgemeine Aufzeichnungspflicht ab, da Studierende sonst seltener anwesend seien und sensible Diskussionen gehemmt werden könnten.
Dein Auftrag: Gib die Argumente beider Seiten wieder und nimm anschließend Stellung. Gehe darauf ein, unter welchen Bedingungen Aufzeichnungen sinnvoll oder problematisch sein können.
Eine mögliche Lösung
Beispielantwort
Die Studentin spricht sich dafür aus, Vorlesungen grundsätzlich aufzuzeichnen. Ihr wichtigstes Argument ist die größere Flexibilität: Studierende könnten Inhalte wiederholen oder Veranstaltungen nachholen, wenn sie krank sind, arbeiten oder Betreuungspflichten haben. Der Dozent lehnt dagegen eine allgemeine Pflicht ab. Er befürchtet, dass weniger Studierende persönlich teilnehmen und dass offene Diskussionen schwieriger werden, wenn alle Beiträge dauerhaft gespeichert werden. Beide Positionen sind nachvollziehbar, beziehen sich aber auf unterschiedliche Lehrsituationen. Meiner Ansicht nach sollten vor allem große Vorlesungen mit überwiegend erklärenden Inhalten aufgezeichnet werden. Bei Seminaren, in denen persönliche Erfahrungen, unveröffentlichte Forschung oder kontroverse Fragen diskutiert werden, sollte die Lehrkraft gemeinsam mit der Gruppe entscheiden. Wichtig wären außerdem klare Regeln zum Datenschutz und eine begrenzte Speicherdauer. Ich unterstütze also keine uneingeschränkte Aufzeichnungspflicht, halte ein verlässliches Angebot bei geeigneten Veranstaltungen aber für sinnvoll, weil es Teilhabe und selbstständiges Wiederholen erleichtert.
Warum funktioniert diese Antwort?
- Beide Ausgangspositionen werden zunächst ohne Vermischung mit der eigenen Meinung wiedergegeben.
- Die Stellungnahme entwickelt Bedingungen, die direkt auf Flexibilität, Anwesenheit und sensible Diskussionen reagieren.
Häufige Fehler
Die eigene Meinung in die Wiedergabe fremder Argumente mischen.
Nutze Referierausdrücke und beginne deine Bewertung erst nach einer klaren sprachlichen Grenze.
Eine Position unfair verkürzen oder übertreiben.
Gib zuerst das stärkste Argument jeder Seite sachlich wieder, auch wenn du ihm später widersprichst.
Nur Zustimmung oder Ablehnung äußern.
Erkläre, nach welchem Kriterium du die Argumente bewertest und welche Bedingungen deine Position beeinflussen.
FAQ zu „Argumente wiedergeben und Stellung nehmen“
Wie trenne ich fremde Argumente von meiner eigenen Meinung?
Verwende beim Referieren klare Signale wie „Die Studentin argumentiert“ oder „Der Dozent befürchtet“. Leite deine Sicht danach ausdrücklich mit „Meiner Ansicht nach“ oder einer ähnlichen Formulierung ein.
Muss ich beiden Argumenten gleich stark zustimmen?
Nein. Du sollst beide fair wiedergeben, darfst sie aber unterschiedlich bewerten. Entscheidend ist, dass deine Bewertung begründet ist und nicht auf einer verzerrten Darstellung der Gegenposition beruht.
Kann meine Stellungnahme eine Kompromisslösung enthalten?
Ja, wenn der Kompromiss aus der Analyse der Argumente entsteht. Erkläre genau, welche Bedingungen oder Grenzen du übernimmst und welches Problem der jeweiligen Seite dadurch berücksichtigt wird.
Wie viele eigene Argumente brauche ich für die Stellungnahme?
Ein bis zwei gut entwickelte Gründe reichen häufig aus. Sie sollten sich auf die Ausgangspositionen beziehen, ein klares Bewertungskriterium enthalten und deine Schlussfolgerung nachvollziehbar machen.
Offizielle Informationen und Hinweis
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